März 29, 2017

Geschichte „Sportvg“

Die Sportvg Feuerbach ist ein Sportverein aus dem Stuttgarter Stadtteil Feuerbach. Mit derzeit 6600 Mitgliedern (Stand 01.07.2016) in über 30 Abteilungen ist der Verein nach dem VfB und dem MTV der drittgrößte Sportverein Stuttgarts.

 

SV 1898 Feuerbach

Am 8. November 1898 wurde der FC Viktoria Feuerbach gegründet. Dieser fusioniert am 1. Oktober 1919 mit der FVgg Stern-Germania Feuerbach zum Sportverein 1898 Feuerbach, kurz SV 1898 Feuerbach.

Der SV 1898 Feuerbach gehörte 1933 zu den zehn Gründungsmitgliedern der Gauliga für Württemberg. Gemeinsam mit den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart durften sich die Feuerbacher mit der württembergischen Fußballelite messen. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto schlossen die Feuerbacher die erste Saison auf dem fünften Platz ab. Zu den Höhepunkten der ersten Gauligasaison gehörten sicherlich das 3:1 gegen den späteren Meister Union Böckingen und die beiden 2:1-Siege daheim wie auswärts gegen den VfB Stuttgart. Während die Böckinger in der folgenden Spielzeit absteigen mussten, verbesserten sich der SV 1934/1935 auf den vierten Tabellenplatz. Allerdings war auch dieses Mal der Punktestand am Ende der Runde ausgeglichen. Beim VfB gab es dieses Mal eine deutliche 1:7 Niederlage, dafür gelang zu Hause ein 5:2 über die Stuttgarter Kickers. Im Tschammerpokal 1935 setzten sich die Feuerbacher in der 1. Runde beim Altmeister Karlsruher FV mit 1:0 durch, schieden dann jedoch mit einer 0:3 Niederlage beim Freiburger FC aus. Die Saison 1935/36 geriet für die Feuerbacher zu einem Desaster. Ohne Sieg, aber 15 Niederlagen stiegen der SV als abgeschlagener Tabellenletzter ab. Das 2:2 zu Hause gegen Vizemeister Sportfreunde Stuttgart war nicht mehr als ein kleiner Achtungserfolg. Mit dem 0:6 beim Stuttgarter SC gab es dagegen wie in der Vorsaison eine Niederlage mit sechs Toren Differenz. Der einzige bedeutende Sieg gelang im Tschammerpokal 1936 in der 1. Hauptrunde, als der SV beim 5:2 über Phönix Karlsruhe erneut einen ehemaligen deutschen Meister bezwang. In der 2. Runde schieden die Feuerbacher mit dem gleichen Ergebnis beim 1. FC Schweinfurt 05 aus.

Die Zweitklassigkeit dauerte jedoch nur zwei Jahre an. 1938 setzte sich der SV 1898 Feuerbach in der Aufstiegsrunde zur Gauliga gegen Kickers Vöhringen und den Göppinger SV 1895 durch. Dem Wiederaufstieg folgte jedoch eine erneut chancenlose Spielzeit für die Feuerbacher. Dieses Mal gab es bei 13 Niederlagen 2 Siege (beide gegen den Stuttgarter SC). Ein 2:9 beim 1. SSV Ulm bedeutet die bis dahin höchste Niederlage in der Gauliga für den SV 1898. Wegen des Beginns des 2. Weltkriegs wurde die Gauligaspielzeit 1939/40 jedoch in Württemberg in einer Übergansrunde zu zwei Staffeln mit insgesamt zwölf Mannschaften ausgespielt. Die eigentlich abgestiegenen Feuerbacher durften in der Staffel 1 mitwirken und beendeten diese hinter dem VfB und dem SC aus Stuttgart auf dem dritten Platz mit einer erstmals positiven Punktebilanz. Damit hatte der SV den Klassenerhalt für die ab 1940 wieder eingleisige württembergische Gauliga geschafft. Unter den erneut zwölf Teams spielten die Feuerbacher erneut gut mit und landeten mit einer knapp positiven Bilanz auf dem sechsten Platz. Mit einem 5:0 über den VfR Aalen feierte die Mannschaft ihren bis dahin höchsten Sieg in der Gauliga.

Die Spielzeit 1940/41 blieb die positivste aus Feuerbacher Sicht. In der wieder auf zehn Mannschaften verkleinerten Gauliga schnitt das Team 1941/42 deutlich schlechter ab und landete mit 15-21 Punkten auf dem siebten Platz. 1942/43 und 1943/44 gab es dann jeweils eine Bilanz von 14-22 Punkten, die 1943 noch für den sechsten Platz, 1944 nur noch für den achten Platz reichte. In der Saison 1943/44 gab es mit einem 8:0 über Union Böckingen den höchsten Sieg überhaupt in der Gauliga. Für die Saison 1944/45 wurde die Gauliga kriegsbedingt erneut aufgeteilt. Dieses Mal gab es drei Staffeln, die SV 1898 trat in der Staffel 2 an. Am 18. März 1945 wurde dieses schließlich abgebrochen. Feuerbach lag nach vier von zwölf Spielen auf Platz 1, allerdings hatten drei der sieben Staffelteilnehmer zu diesem Zeitpunkt ihre Mannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen. Im Laufe des Jahres 1945 wurde die SV 1898 Feuerbach schließlich aufgelöst.

 

Sportvg Feuerbach

Am 30. November 1946 gründete sich in Feuerbach die Sportvereinigung. Neben der SV 1898 gingen in der Sportvg auch die ehemaligen Vereine Turnerbund, RV Pfeil, ASV 1898, TV 1883, Radsportverein, Tennisverein 1921 und Skizunft 1923 Feuerbach auf. In der neu gegründeten erstklassigen Oberliga Süd war Feuerbach 1945 noch nicht dabei. Doch zwei Jahre später klopfte die Sportvg erneut an das Tor der Erstklassigkeit.

Schnell zeigt es sich, welche Zugkraft die Vereinigung der Klubs mit sich bringt – schon nach kurzer Zeit macht sich die Sportvg in ganz Deutschland einen Namen. Obwohl bei den Fußballern nur noch wenige Spieler aus der Vorkriegszeit zur Verfügung stehen, gelingt der Aufbau einer schlagkräftigen Truppe. 1948 wird das Team von Trainer Oskar Dürr und Erwin Gechter Württembergischer Fußballmeister.Als souveräner Meister der Landesliga Württemberg, in der man sich gegen viele ehemalige Gauligarivalen wie den VfR Aalen, 1. SSV Ulm oder Union Böckingen durchsetzte trat die Sportvg in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Süd an. Als Dritter der Runde landete Feuerbach hinter den Aufsteigern BC Augsburg und 1. Rödelheimer FC.

Der Aufstieg in die süddeutsche Oberliga gelingt jedoch nicht.Im Heimspiel vor rund 8.000 Zuschauern verliert die Sportvg gegen den BC Augsburg mit 2:4.

In der nun mehr drittklassigen Amateurliga Württemberg hielt sich die Sportvg noch bis 1955, landete jedoch nur noch 1952 als Neunter auf einem einstelligen Tabellenplatz. Nach 17 Jahren Zugehörigkeit zu der höchsten Amateurliga, der Landesliga, steigt die Sportvg 1955 ab.

Doch 1960 gelang  die Rückkehr in die Amateurliga, die ab dieser Saison jedoch nur noch Nordwürttemberg umfasste. 1962 gab es dabei einen dritten Tabellenplatz. Im Jahr nach der Einführung der Bundesliga stieg die Sportvg 1964 prompt in die Viertklassigkeit ab. 1967/68 gelang nur noch einmal die kurzzeitige Rückkehr in die noch drittklassige Amateurliga Nordwürttemberg.

Mitte der siebziger Jahre folgt der große Rückschlag: Nachdem Spieler wie Wenninger und Störzinger den Verein verlassen haben und Miller und Arnold altersbedingt aufhören, steigen die Fußballer 1976 in die A-Klasse ab – für den Feuerbacher Fußball bis dato unvorstellbar. In den folgenden Jahren wird der Wiederaufstieg zwar angestrebt, jedoch nicht vollzogen.

In der Saison 2016/17 spielt die 1.Mannschaft der Sportvereinigung auf Bezirksebene. Die 2.Mannschaft spielt in der Kreisliga A.

 

Großes Augenmerk der Fußballabteilung ist die Jugendarbeit, die bereits mehrfach auch vom Württembergischen Fußballverband mit einem Anerkennungspreis für eine erfolgreiche Jugendarbeit ausgezeichnet worden ist. Für die große Kontinuität erhält die Abteilung 1982 die Sepp-Herberger-Plakette. In den folgenden Jahren gibt es immer wieder Auszeichnungen, und die Fußballabteilung macht sich über die Stadtgrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf. Beim großen Jugendturnier, dem Sport-Anton-Cup, folgen Jahr für Jahr auch ausländische Mannschaften der Einladung. Die damals Verantwortlichen Eugen Fetzer und Herbert Rall erhalten so 2004 den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbundes, da sich beide über viele Jahre hinweg für den Fußball in Feuerbach und Stuttgart verdient gemacht haben. Doch nicht nur Auszeichnungen, sondern vor allem auch Erfolge sprechen für sich. 2005 wird die E-Jugend Württembergischer Hallenmeister und verdeutlicht auch so die gute Jugendarbeit. Ein ganz großes Highlight wird 2006 gefeiert: Die D-Jugend-Fußballer der Sportvg qualifizierten sich beim Danone-Cup-Deutschlandfinale für das Weltfinale in Lyon. Die Feuerbacher vertreten damit Deutschland und spielen im Stadion des französischen Erstligisten gegen Teams aus 31 Ländern. Für die Jungs und deren Betreuer war die Reise nach Lyon ein einzigartiges Erlebnis – und für die Fußballabteilung hervorragende Werbung in eigener Sache.

Quelle: www.sportvg-feuerbach.de und Wikipedia